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industry2026-09-035 Min. Lesezeit

Automatische Servicegebühr in der Türkei: Die 10% Rechtsgrauzone

In der Türkei gibt es kein Gesetz, das eine Servicegebühr vorschreibt, aber wenn sie auf der Speisekarte steht, ist sie bindend (TKHK Art. 5).

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thMenu Team

thmenu.com

Ein Fischrestaurant im Istanbuler Stadtteil Bebek sah, wie sein Google-Rating wegen einer stillschweigend hinzugefügten 10%-Servicegebühr von 4,1 auf 3,8 fiel. Nach Einführung eines transparenten "Service inkludiert?"-Toggles im QR-Menü stieg die Bewertung in sechs Monaten auf 4,6. Die rechtliche Lage ist viel grauer, als die meisten Betreiber annehmen.

Rechtsrahmen: Keine Pflicht, aber bindend bei Anzeige

Es gibt kein spezielles Gesetz, das Servicegebühren in der Türkei vorschreibt. Restaurants dürfen gar nichts berechnen. Aber laut Verbraucherschutzgesetz (TKHK) Nr. 6502 Art. 5 gilt: Steht die Gebühr klar auf der Karte, wird sie mit der Bestellung Vertragsbestandteil.

Problem: Viele Lokale verstecken die Information in winziger Fußzeile oder zeigen sie erst auf der Quittung. Verbraucher können dann beim Verbraucherschiedsstelle (THH) klagen. 2024 stiegen Beschwerden um 38%, meist zugunsten der Konsumenten.

Betriebliche Risiken: Personal, Steuer, USt

Eine Servicegebühr ist kein Trinkgeld. Behält der Arbeitgeber einen Anteil, wird er steuer- und sozialabgabepflichtig. Die meisten Betriebe melden ihn nicht — bei Prüfungen drohen empfindliche Strafen.

  • Verbraucherklagen: THH-Rückerstattung + Bußgeld (2026: 1.250-12.500 TRY).
  • Sozialversicherungsprüfung: nicht gemeldete Service-Anteile gelten als verdeckte Löhne.
  • Online-Reputation: "versteckte 10%"-Bewertungen ruinieren Google-Ranking.

Das transparente Modell

Lösung aus Bebek: QR-Menü öffnet mit "Servicegebühr optional, kann entfernt werden" + Checkbox auf dem Bestätigungsbildschirm. Das erfüllt die ausdrückliche Zustimmungspflicht.

In thMenu wird die Regel mit einer JSON-Zeile gesetzt: Satz (5-15%), Standard an/aus, Kunde darf entfernen, separat auf der Rechnung ausgewiesen. Rechtsrisiko sinkt, Gäste fühlen sich respektiert, Personal verdient sauber.

FAQ

Darf ich die Servicegebühr ablehnen? Steht "optional" auf der Karte: ja. Steht "automatisch" und war vor Bestellung sichtbar: rechtlich bindend.

Geht das Geld an den Kellner? Keine gesetzliche Pflicht. Hinweis "100% an Personal" wirkt vertrauensbildend.

Fällt USt an? Ja, 10% USt auf die Servicegebühr. Separate Position auf der Rechnung empfohlen.

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