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industry2027-03-126 Min. Lesezeit

Weinaufschlag: Wann die Standard-220% in der Türkei zurückschlagen

Türkischer Weinaufschlag in der Praxis: Diren, Doluca, Sevilen-Preise sind eine Google-Suche entfernt. Eine Bornova-Trattoria senkte den Aufschlag auf 150% und steigerte den Weinumsatz in drei Monaten um 48%.

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thMenu Team

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Stellen Sie sich eine kleine Trattoria in Bornova vor. Im November 2026 listet sie einen Doluca Antik Boğazkere für 720 TL. Zwei Straßen weiter verkauft der Tekel Bayi dieselbe Flasche für 280 TL. Gäste sehen den Unterschied in 30 Sekunden am Handy. Ergebnis: zwei Flaschen pro Abend. Im Dezember senkt der Wirt den Aufschlag von 220% auf 150% — die Flasche kostet 560 TL. Drei Monate später ist der Weinumsatz um 48% gestiegen.

Warum 220% in der Türkei oft falsch ist

International liegt der Weinaufschlag zwischen dem 2,5- und 3,5-fachen der Einkaufskosten (150-250%). In der Türkei haben sich rund 220% als Standard etabliert. Das Problem: Der Heimatmarkt ist nicht intransparent. Die Tekel-Bayi-Preise für Diren Karasakız, Doluca Sarafin oder Sevilen 900 sind in zehn Sekunden am Handy abrufbar.

Sobald Gäste den Tekel-Preis mit 2,2 multiplizieren, fühlen sie sich übervorteilt. Sie wechseln zum Glas oder verzichten ganz. Hoher Aufschlag, niedrige Stückzahl, mittelmäßiger Gewinn.

Markenbasierte Aufschlagsmatrix

Der Bornova-Wirt staffelt nach Markenbekanntheit:

  • Bekannte Inlandsmarken (Doluca, Kavaklıdere, Sevilen): 140-160% Aufschlag — Gäste kennen den Vergleichspreis.
  • Boutique-Inland (Suvla, Pasaeli, Vinkara): 180-220% — schwer vergleichbar, höhere Marge möglich.
  • Importe (Chianti, Rioja, Côtes du Rhône): 200-260% — ÖTV plus MwSt rechtfertigen den Preis.

Im Durchschnitt landet der Aufschlag wieder bei rund 190% — gleiche Bruttomarge, mehr verkaufte Einheiten.

Drei-Monats-Effekt: +48% Umsatz

Drei Hebel: 150% auf die sechs meistverkauften Inlandsweine, fünf Glasausschankweine mit 220% (Oxidationsrisiko rechtfertigt das), QR-Menü mit Verkostungsnotiz und vier Pairing-Vorschlägen pro Wein.

Flaschenverkäufe verdoppelten sich, Glasverkäufe stiegen 30%, der Weinanteil am Gesamtumsatz wuchs von 12% auf 19%. Bruttogewinn in TL: +41%.

FAQ

Schadet ein niedrigerer Aufschlag dem Prestige? Nein, Premium-Importe behalten hohen Aufschlag, der Prestige-Tier bleibt erhalten.

Prüfen wirklich alle Gäste die Tekel-Preise? Unter 35 prüfen 70%+ am Handy, Tendenz steigend.

Warum Glas teurer pro mL? Offene Flaschen oxidieren in 48-72 Stunden — der Verschnitt rechtfertigt 220-260%.

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