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guides2027-03-075 Min. Lesezeit

Aufschlag-Analyse: Wo 500% gerechtfertigt sind und wo 180% genügen

Wein 220%, Cocktails 380%, Kaffee 600%, Hauptgerichte 220%, Vorspeisen 280%, Desserts 320% — kategorienbezogenes Markup-Framework mit Fallstudie aus Datça.

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thMenu Team

thmenu.com

Ein Boutique-Restaurant in Datça mit 42 Plätzen kalkulierte alle Speisekarten-Posten mit pauschal 200% Aufschlag. Vom Espresso bis zum Steak — dieselbe Logik. Die Cocktailbar schrieb rot, die Espressomaschine blieb unter Wert. Eine kategoriebezogene Markup-Analyse korrigierte beides in einem Quartal.

Branchen-Benchmarks pro Kategorie

Die Referenzbänder beschreiben den Prozentsatz oberhalb der Wareneinstandskosten. Wein 220%, Cocktails 380%, Kaffee 600%, Hauptgang 220%, Vorspeise 280%, Dessert 320%. Flüssige Kategorien tragen höhere Aufschläge — niedriger Arbeitsaufwand, kalkulierbare Schwundraten.

Im Datça-Beispiel waren Hauptgerichte korrekt bepreist. Beim Kaffee jedoch lag der Aufschlag bei 200%: ein Rohpreis von 12 TL trug nur 24 TL Marge. Die 600%-Norm hätte die Tasse bei 84 TL platziert — 60 TL fehlende Bruttomarge je Tasse, multipliziert mit 180 Tassen täglich.

Welcher Aufschlag wo angemessen ist

Drei Variablen entscheiden: Volatilität des Wareneinstands, Arbeitsintensität, wahrgenommener Wert. Hohe Aufschläge benötigen Arbeitsleistung oder Erlebnisanteil als Rechtfertigung — nicht bloß Margenwunsch.

  • 180-220%: Hauptgänge, Steakhouse-Cuts, Premium-Fisch.
  • 280-380%: Vorspeisen, Meze, Cocktails.
  • 500-700%: Kaffee, Tee, hausgemachte Desserts.

Abweichungsanalyse und Optimierung

Datça extrahierte aus 90 Tagen Kassendaten den Foodcost-Anteil pro Kategorie und mappte die Abweichung gegen den Ziel-Aufschlag. Kaffee +140%, Dessert +80%, Cocktail -30% vom Ziel.

Maßnahmen: Kaffee auf 65 TL, Dessert auf 95 TL erhöht, Cocktail-Rezeptur durch lokalen Brandy ersetzt. Monatlicher Bruttogewinn-Zuwachs: 38.000 TL, im ersten Quartal kumuliert 114.000 TL. Gästezahl-Rückgang unter 2%, da Wein- und Hauptgangpreise unverändert blieben — die Anker steuern die Preiswahrnehmung.

FAQ

Warum ist ein pauschaler Aufschlag ein Fehler? Jede Kategorie hat eigene Arbeits-, Schwund- und Wahrnehmungsmuster. Ein einziger Faktor überteuert oder untertreibt zwangsläufig.

Verträgt Kaffee wirklich 600%? Espresso-Rohkosten liegen bei 6-12 TL, Verkauf bei 50-85 TL. Gäste zahlen für das Erlebnis, nicht für das Bohnengewicht.

Wie oft soll man die Abweichungsanalyse fahren? Mindestens quartalsweise, bei saisonalen Posten monatlich.

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